Rechtsanwalt für Grundschuld und Sicherungsgrundschuld

Grundschuld & Sicherungsgrundschuld.

Abstraktes Recht. Konkretes Risiko.

Beratung zu Sicherungsabrede, Abtretung, Löschung, Rückgewähr und Vollstreckung.

Rechtsanwalt seit 1983 Buchautor zur Sicherungsgrundschuld Bundesweite Beratung

Die Sicherungsgrundschuld verbindet Grundbuchrecht, Vertragsrecht und Vollstreckungsrecht. Maßgeblich ist nicht nur die Eintragung, sondern vor allem der gesicherte Zweck und dessen Grenzen.

40+ Jahreanwaltliche Erfahrung
4 Auflagenzum Recht der Sicherungsgrundschuld
100+Fachpublikationen
Grundlagen

Grundschuld und Sicherungsgrundschuld: rechtliche Einordnung.

Die Grundschuld ist ein abstraktes Grundpfandrecht. Als Sicherungsgrundschuld dient sie aufgrund eines Sicherungsvertrags und einer Sicherungsabrede der Sicherung bestimmter Forderungen. Daraus ergeben sich die praktisch wichtigen Fragen nach Umfang, Verwertung und Rückgewähr.

Grundschuld
Abstraktes dingliches Recht am Grundstück. Sie besteht unabhängig davon, ob die gesicherte Forderung im Einzelfall noch besteht oder sich verändert hat.
Sicherungsgrundschuld
Grundschuld, die durch Sicherungsvertrag und Sicherungsabrede an einen Sicherungszweck gebunden ist. Entscheidend ist daher, welche Forderungen tatsächlich erfasst sind.
Typische Streitpunkte
Reichweite der Sicherungsabrede, Abtretung an Dritte, Rückgewähr, Löschungsanspruch, Zinsen und Nebenleistungen, Vollstreckung aus der Unterwerfung.
Warum anwaltliche Hilfe?
Weil dieselbe Grundschuld rechtlich klar erscheinen kann, wirtschaftlich aber zu erheblichen Fehlbewertungen, Vollstreckungsrisiken oder Nachteilen bei Ablösung und Rückabwicklung führt.
Dogmatischer Ausgangspunkt

Die Grundschuld ist bewusst als abstraktes Recht gestaltet.

Die Grundschuld wurde nicht als bloße Spielart der Hypothek verstanden. Sie sollte ein selbständiges dingliches Recht sein: Der Gläubiger erhält das Recht, eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu verlangen. Ob daneben eine persönliche Zahlungspflicht besteht, ist für den Bestand der Grundschuld nicht entscheidend.

Kern der historischen Begründung: Die Grundschuld hat ihren Zweck in sich selbst. Sie verschafft dem Berechtigten eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück – unabhängig davon, ob eine zur Zahlung verpflichtete Person vorhanden ist.

Damit trennt das Gesetz bewusst zwischen dem dinglichen Recht am Grundstück und der persönlichen Forderung. Genau diese Trennung macht die spätere Sicherungsgrundschuld praktisch so brauchbar.

Der beigefügte Auszug aus den Motiven zum Bürgerlichen Gesetzbuch zeigt den alten, aber bis heute entscheidenden Gedanken: Die Grundschuld ist kein Anhängsel einer Forderung. Sie ist ein eigenständiges Belastungsrecht, dessen wirtschaftliche Bindung erst über Sicherungsvertrag und Sicherungsabrede hergestellt wird.

Auszug aus den Motiven zum Bürgerlichen Gesetzbuch zur abstrakten Gestaltung der Grundschuld
Motivstelle zum abstrakten Charakter der Grundschuld: kein Forderungsrecht, sondern selbständiges Recht auf Befriedigung aus dem Grundstück.
Praxis und Verdrängung der Hypothek

Warum hat die Grundschuld die Hypothek verdrängt?

Die Antwort liegt in der Bank- und Verwertungspraxis. Die Hypothek folgt der Forderung. Die Grundschuld steht als abstraktes Recht im Grundbuch und wird erst durch die Sicherungsabrede wirtschaftlich begrenzt. Das macht sie für Finanzierung, Umschuldung und Vollstreckung handhabbarer.

Grundbuchauszug mit verzinslicher vollstreckbarer Grundschuld ohne Brief
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Welche Stärke zeigt diese Buchgrundschuld?

Ausgangsdaten:

  • Grundschuldkapital: 131.000 €
  • Dingliche Zinsen: 14 % jährlich
  • Fälligkeit der dinglichen Zinsen: am ersten Werktag eines jeden Jahres für das jeweils abgelaufene Jahr
  • Nebenleistung: 5 % einmalig
  • Beschlagnahme: in 2024
Welchen Erlös kann der Gläubiger der Grundschuld in der Zwangsversteigerung vereinnahmen?
Wählen Sie eine Antwort und prüfen Sie anschließend das Ergebnis. Zu beachten sind Kapital, Nebenleistung, laufende Zinsen ab 01.01.2023, das Zinsende 18.11.2026 einschließlich und die Zinstage.
Berechnung und Zinstage bis 18.11.2026:
  • Grundschuldkapital: 131.000,00 €
  • Jahreszins: 14 % aus 131.000,00 € = 18.340,00 €
  • Tageszins bei taggenauer Berechnung mit 365 Tagen: 18.340,00 € ÷ 365 = 50,25 €
  • Zinstage: 01.01.2023 bis 18.11.2026 einschließlich = 1.418 Tage
  • Aufteilung der Zinstage: 2023 = 365 Tage, 2024 = 366 Tage, 2025 = 365 Tage, 01.01.2026 bis 18.11.2026 = 322 Tage
  • Dingliche Zinsen im Beispielszeitraum: 18.340,00 € × 1.418 ÷ 365 = 71.249,64 €
  • Nebenleistung 5 % aus 131.000,00 €: 6.550,00 €
  • Summe der Beispielsrechnung: 131.000,00 € + 6.550,00 € + 71.249,64 € = 208.799,64 €
  • Nicht in dieser Summe enthalten: mögliche rückständige Zinsen der Jahre 2021 und 2022. Diese können mit dem Rang der Grundschuld zusätzlich beansprucht werden, wenn sie rechtzeitig angemeldet wurden.

Zinsbeginn: Ausgangspunkt ist die Beschlagnahme im Jahr 2024. Da die dinglichen Zinsen am ersten Werktag eines jeden Jahres für das jeweils abgelaufene Jahr fällig werden, werden die laufenden Zinsen in der Beispielsrechnung ab dem 01.01.2023 angesetzt.

Mehr zur Zinsberechnung: Die Einzelheiten zu laufenden und rückständigen Grundschuldzinsen, insbesondere zur rechtzeitigen Anmeldung, sind erläutert unter Grundschuldzinsen in der Zwangsversteigerung.

Warum der Verteilungstermin wichtig ist: Die Zinsen laufen in der Beispielsrechnung bis zum Tag vor dem Verteilungstermin. Zur zeitlichen Einordnung des Verfahrens siehe Dauer und Ablauf der Teilungsversteigerung.

Versteigerungsrechtliche Einordnung:

Die Frage, welchen Betrag der Grundschuldgläubiger aus dem Grundstück beanspruchen kann, ist von der Frage zu unterscheiden, was ein Bieter wirtschaftlich aufwenden muss. Für den Bieter zählen neben dem Bargebot auch bestehen bleibende Rechte.

Warum ist eine solche Grundschuld für die Praxis attraktiver als eine Hypothek?
Wählen Sie eine Antwort und prüfen Sie anschließend das Ergebnis.
Hinweis: Die eingetragene Grundschuld zeigt Kapital, dingliche Zinsen, Nebenleistung und Vollstreckbarkeit. Die persönliche Forderung steht daneben. Gerade diese Trennung erklärt, weshalb die Grundschuld die Hypothek im Kreditgeschäft weitgehend verdrängt hat.

1. Abstraktes Recht

Die Hypothek hängt an der Forderung. Die Grundschuld bleibt als dingliches Recht bestehen. Die Zweckbindung erfolgt über Sicherungsvertrag und Sicherungsabrede.

2. Wiederverwendbarkeit

Eine bereits eingetragene Grundschuld kann für geänderte oder neue Kredite genutzt werden. Das erspart Neubestellung, Rangverlust und zusätzliche Kosten.

3. Vollstreckungsstärke

Mit der Unterwerfung nach § 800 ZPO kann aus der Urkunde gegen den jeweiligen Eigentümer vollstreckt werden. Für Kreditgeber ist das der entscheidende praktische Vorteil.

Die Hypothek ist das klassische akzessorische Sicherungsrecht. Die Grundschuld hat sie in der Finanzierungspraxis verdrängt, weil sie flexibler, rangsicherer und leichter verwertbar ist. Ihre wirtschaftliche Begrenzung liegt nicht im Grundbuch, sondern in der Sicherungsabrede.

Typische Problemfelder

Häufige Beratungsgegenstände.

Die folgenden Punkte zeigen typische Fragen, die bei Grundschuld und Sicherungsgrundschuld regelmäßig zu prüfen sind.

Sicherungsabrede zu weit oder zu unklar

Ob nur ein bestimmtes Darlehen oder die gesamte Geschäftsverbindung gesichert ist, entscheidet häufig über Reichweite und Risiko der Sicherheit.

Abtretung der Grundschuld

Bei der Übertragung an neue Gläubiger stellen sich Fragen zur Wirksamkeit, zum Umfang der Rechte und zum Verhältnis zur Sicherungsabrede.

Vollstreckbare Unterwerfung

Die Unterwerfungserklärung und die vollstreckbare Ausfertigung sind oft der Hebel der Vollstreckung. Fehler bei Prüfung oder Gestaltung werden hier teuer.

Grundschuldzinsen und Nebenleistungen

Nominalbetrag, Zinsen und Nebenleistungen dürfen wirtschaftlich nicht verwechselt werden. Gerade bei Versteigerung oder Ablösung ist die Rechnung entscheidend.

Löschung, Rückgewähr und Rückübertragung

Nach Tilgung der Forderung ist oft offen, ob Löschung, Abtretung oder Rückübertragung geschuldet ist und welche Ansprüche konkret bestehen.

Grundschuld in Versteigerung und Erwerb

Ob Rechte bestehen bleiben, abgelöst werden müssen oder wirtschaftlich auszunutzen sind, ist für geringstes Gebot, Erwerbspreis, Bargebot und Erlösverteilung zentral.

Vertiefend: geringstes Gebot, Erwerbspreis berechnen und Grundschuld und Bargebot beim Selbsterwerb.

Beratungsschwerpunkte

Gegenstand der rechtlichen Prüfung.

Das Inhaltsverzeichnis des Werkes zur Sicherungsgrundschuld zeigt bereits, wo die Materie in die Tiefe geht: bei Bestellung, Inhalt, Sicherungsabrede, Abtretung, Vollstreckung und Rückgewähr. Genau diese Punkte prägen auch die Beratungspraxis.

Bestellung & Eintragung

Einigung, Bewilligung, Antrag, Rang und inhaltlich richtige Eintragung der Grundschuld.

Inhalt der Grundschuld

Brief- oder Buchgrundschuld, Eigentümer- oder Fremdgrundschuld, Zinsen, Nebenleistungen und Fälligkeit.

Sicherungsvertrag & Sicherungsabrede

Weite und enge Sicherungsabreden, Sicherung eigener oder fremder Verbindlichkeiten und AGB-rechtliche Grenzen.

Abtretung & Gläubigerwechsel

Abtretung innerhalb und außerhalb des Grundbuchs sowie Folgen für Sicherungszweck und Rückgewähransprüche.

Vollstreckung

Unterwerfungserklärung, vollstreckbare Ausfertigung, Abwehr oder Vorbereitung der Vollstreckung.

Löschung & Rückgewähr

Löschungsansprüche, Rückübertragung, Ablösung und Rückabwicklung nach Tilgung oder Wechsel des Sicherungszwecks.

Buch & Erfahrung

Fachliche Grundlage.

Die erste Auflage des Werks zur Sicherungsgrundschuld erschien bereits 1983. Später wurde es unter dem Titel „Recht der Sicherungsgrundschuld“ in vier Auflagen fortgeführt.

Die Beratung knüpft an die klassischen Problemkreise an: Inhalt und Ausgestaltung der Grundschuld, Sicherungsvertrag, Sicherungsabrede, Abtretung, Rückgewähr, Verwertung, Einwendungen und Vollstreckung.

Diese Fragen sind regelmäßig nicht isoliert zu beantworten. Sie verlangen die Prüfung der Urkunden, der gesicherten Forderung, der Sicherungsabrede und der wirtschaftlichen Zielrichtung.

Nächster Schritt

Bringen Sie Ihre Grundschuld rechtlich unter Kontrolle.

Ob Sicherungsabrede, Abtretung, Löschung, Rückgewähr oder Vollstreckung: Ohne frühe Prüfung von Urkunde, Grundbuch und gesicherter Forderung bleibt zu viel dem Zufall überlassen.

Wer in der Teilungsversteigerung selbst mitbieten will, sollte außerdem prüfen, ob eine eigene Grundschuld die Liquiditätsbelastung beeinflusst: Grundschuld und Bargebot beim Selbsterwerb.